Für Eltern & Spieler · Ausrüstung

Die Ausrüstung verstehenSchutzpanzer mit Ablaufdatum

Was dein Kind braucht, warum Polster niemals „zum Reinwachsen" gekauft werden — und worauf du bei gebrauchtem Equipment und bei den Schuhen zwingend achten musst.

Passform vor GrößeHelmMundschutzSicherheit

American Football ist ein Kontaktsport. Die Ausrüstung ist nicht dazu da, cool auszusehen, sondern Verletzungen vorzubeugen. Helme und Schulterpolster sind hochtechnologische Schutzpanzer — und es gibt eine eiserne Grundregel: Schutzausrüstung schützt nur, wenn sie millimetergenau passt.

01 Die Pflicht-Ausstattung

Bevor ein Kind ins Kontakt-Training darf, muss die Grundausstattung komplett sein.

Helm
Kopfschutz

Das wichtigste Teil: harte Außenschale, stoßabsorbierende Polster, Gesichtsgitter (Facemask) und Kinnriemen.

Schulterpolster
Pad

Schützt Schultern, Brustbein und Rippen. Die Hartplastikschalen verteilen die Kraft eines Aufpralls auf das Polster darunter.

Mundschutz
Zähne & Kiefer

Ein Muss. Wichtig: meist nicht transparent, damit die Schiedsrichter aus der Entfernung sehen, dass er getragen wird — oft per Band am Gitter befestigt.

Hose + Pads
7-teiliges Set

Eng anliegende Hose mit Polstern für Hüften, Steißbein, Oberschenkel und Knie (eingenäht oder einschiebbar).

Die verbindliche Pflichtausrüstung richtet sich nach den AFVD-Ausrüstungsregeln (Regel 1.4) und der jeweiligen Liga. Frag immer zuerst im Verein nach — viele Teams verleihen Einsteigern Equipment und schonen so den Geldbeutel.

02 Der größte Fehler: Kaufen zum „Reinwachsen"

Eltern kennen das von Winterjacken: eine Nummer größer, damit das Kind länger etwas davon hat. Bei Schutzausrüstung ist das gefährlich.

Warnung
Passform vor Größe

Ein zu großer Helm wackelt beim Kontakt — die Energie des Aufpralls wird nicht vom Polster absorbiert, sondern direkt an den Kopf weitergegeben. Ein zu großes Schulterpolster rutscht beim Tackle nach oben, kann gegen den Hals drücken und Schlüsselbeinverletzungen begünstigen. Kaufe immer exakt passend für den jetzigen Moment.

Falsch
Zu groß gekauft

Rutscht, schützt die falschen Stellen, schränkt die Bewegung ein — der Schutz läuft ins Leere.

Richtig
Passend, ggf. gebraucht

Sitzt an Ort und Stelle, lässt die Arme frei und schützt dort, wo es zählt. Lieber ein gut sitzendes gebrauchtes Pad als ein zu großes neues.

03 So muss es sitzen

Helm

Schulterpolster

04 Schuhe & Stollen: Schraubstollen sind tabu

Stollenschuhe geben Halt auf Rasen. Beim Schuhwerk gibt es aber eine harte Regel, die in der Praxis oft übersehen wird.

Achtung
Verbot von Schraubstollen

In Deutschland sind Schraubstollen verboten — Metallstollen erst recht. Wer mit unzulässigem Schuhwerk antritt, darf vom Schiedsrichter nicht zum Spiel zugelassen werden (BSO §83). Dann kann das Kind nicht mitspielen, selbst wenn es sonst startklar ist und Ersatzschuhe erst geholt werden müssten. Vorher prüfen lohnt sich also doppelt.

05 Gebraucht kaufen: die „eBay-Falle"

Gebraucht ist sinnvoll und schont das Budget. Bei einer Hose kann man wenig falsch machen — beim Helm ist höchste Vorsicht geboten.

Erst beim Verein fragen

Bevor du kaufst: Viele Vereine verleihen Einsteigern Ausrüstung. Gebraucht ist völlig in Ordnung, solange die Größe passt und nichts beschädigt ist — Helm rissfrei, Riemen und Polster vollständig.

06 Optionale Ausrüstung — Pro & Contra

Nützlich, aber kein Muss. Für Einsteiger reicht die Grundausstattung — diese Teile kommen oft später dazu.

Optional
Handschuhe

Pro: besserer Grip beim Fangen und Blocken, schützen und wärmen die Hände.

Contra: zusätzliche Kosten, Qualität sehr unterschiedlich, für Einsteiger nicht nötig.

Optional
Visier / Eye Shield

Pro: schützt die Augen vor Fingern und Schmutz.

Contra: klare Visiere zerkratzen und beschlagen schnell. Getönte oder verspiegelte Visiere sind im Jugendbereich meist streng verboten — Schiedsrichter und Sanitäter müssen die Augen sehen können.

Optional
Unterzieh-Shirt mit Pads

Pro: zusätzlicher Aufprallschutz für Rippen und Brust, hält die Pads an Ort und Stelle.

Contra: wärmt im Sommer stark, Mehrkosten, ersetzt keine Pflichtausrüstung.

Optional
Tiefschutz

Pro: zusätzlicher Schutz im Beckenbereich.

Contra: keine Pflicht, reine Komfort- und Gewöhnungssache.